Löwen-Cheftrainer Ewald Lienen zeigte sich verärgert über die Niederlage. „Hier war mehr drin, mindestens ein Unentschieden", befand der 55-Jährige. „Wir haben das Spiel über weite Strecken dominiert, aber wenn man vorne keine Tore schießt, darf man hinten keine Fehler produzieren", sprach der Fußball-Lehrer das Manko seiner Mannschaft schonungslos an. „Mit der Chancenverwertung bin ich alles andere als zufrieden!" Die Führung für Rostock sei nach einem „perfekten Konter" gefallen. „Danach sind wir gut zurückgekommen", so Lienen. Sein Team habe in der Folge das Spiel kontrolliert. „Leider waren wir aus dem Spiel heraus nicht so durchschlagskräftig", bemängelte der Trainer, „die Chancen resultierten meistens aus Standards. Wir hatten mehr Spielanteile, waren aber zu wenig effektiv."
Zumindest mit der spielerischen Vorstellung nach der Pause war der Löwen-Coach zufrieden. „Da haben wir besser Fußball gespielt, aber es erneut versäumt, das Führungstor zu erzielen. Bis zur 75. Minute hatten wir das Spiel fest im Griff, dann haben sich Fehler in der Abwehr eingeschlichen", bemängelte Lienen. „Wir waren nicht mehr so aggressiv am Mann." Der Lattentreffer von Mario Fillinger sei der erste Warnschuss gewesen, das 1:2 vier Minuten später empfand der Trainer als „albernes Gegentor". Mate Ghvinianidze sei vor dem Gegner am Ball gewesen. „Da muss er mit letzter Konsequenz klären", so Lienen. „Vielleicht war das Bein von Fin Bartels in dieser Situation etwas zu hoch", übte er indirekt Kritik am Schiedsrichter, „aber das spielt jetzt keine Rolle mehr. Jedenfalls entspricht das 1:2 nicht dem Spielverlauf!"
Ähnlich fiel die Analyse von Hansa-Coach Andreas Zachhuber aus. „Die ersten 15 Minuten hatten wir das Spiel gut im Griff. Mir ist aber völlig unerklärlich, wieso nach der Führung der Faden bei meiner Mannschaft gerissen ist." Bis zur Pause, so Rostocks Trainer, hätte Sechzig eigentlich in Führung gehen müssen. Vor allem die Standards der Löwen seien sehr gefährlich gewesen. „In dieser Phase konnten wir uns bei unserem Torhüter bedanken, dass er uns im Spiel gehalten hat. Am Ende war es ein glücklicher Sieg", resümierte Zachhuber.
Dominanz zahlt sich nicht aus beim 1:2 in Rostock
Stenogramm Rostock - 1860