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Aktuelles Saison 2009/10
Profis
 
30.10.2009 | 14:00 Uhr

Michael Jäger: Ich bin ein Roter Teufel,
der brüllen kann wie ein blauer Löwe!

Am Sonntag treffen sich in zweierlei Hinsicht "alte Bekannte": Mit dem FCK kehrt auch der ehemalige Löwencoach Marco Kurz in die Allianz Arena zurück.
Eine wahre Freundschaft entsteht, wenn sich zwei gegen einen Dritten verbünden. Ein altes Sprichwort, das durchaus auch die traditionelle Fanfreundschaft zwischen den Löwen und den Lautrern treffend beschreibt. Der ungeliebte Dritte heißt in diesem Fall FC Bayern. Für beide Gründungsmitglieder der Bundesliga, den TSV 1860 München und den 1. FC Kaiserslautern, ist der Rekordmeister aus München und Stadtrivale der Sechzger ein „rotes Tuch".

Am Sonntag (Anstoß: 13 Uhr) treffen die beiden Freunde zum siebten Mal in der Zweiten Liga und insgesamt im 48. Spiel aufeinander. Im hart umkämpften Wettbewerb um den Aufstieg ins Oberhaus, den sich beide Klubs schon lange wünschen, stehen sie dann als Gegner auf dem Platz.

Bis zum Anpfiff erinnern sich ehemalige Löwen, die für die Roten Teufel gekickt haben, ehemalige Lautrer, die im Trikot der Sechzger spielten und der Schauspieler Michael Jäger, der schon seit zwei Jahrzehnten "beide Klubs im Herzen trägt" an die schönsten Momente. Den Anfang macht Erhard „Beppo" Hofeditz, der am Sonntag auf ein 1:1 tippt. Für die Pfälzer, die sich auf den Aufstiegsplätzen fest spielen wollen zu wenig. Ebenso für die Löwen, die drei Punkte wollen um endlich den Anschluss an die obere Tabellenhälfte zu schaffen. Aus Sicht aller Fans auf jeden Fall wünschenswert, um nach Spielende wieder „Seeechzig und den FCK" zu feiern.
Schauspieler Michael Jäger mit seinem Freundschaftsschal in der Allianz Arena: Mit dem FCK und Sechzig schlagen "sozusagen zwei Herzen in seiner Brust".
Interview mit Michael Jäger Michael Jäger ist vielen bekannt aus der TV Serie Marienhof. Zehn Jahre, von 1994 bis 2004, spielte er den Matthias Kruse in der ARD Serie, die in München produziert wird.

Bereits fünf Jahre zuvor zog Jäger aufgrund seiner Schauspielausbildung von Kaiserslautern in die bayerische Hauptstadt. Als Fußballfan und begeisterter Anhänger der Roten Teufeln zog es ihn deshalb auch in der neuen Heimat immer wieder ins Stadion. Nicht nur, wenn die Pfälzer zu Gast waren, verfolgte er die Löwenheimspiele. Nach zwanzig Jahren im „Münchner Exil" kann der bekannte deutsche Schauspieler auf einige Partien zurückschauen. So sind auch die Sympathien für den weiß-blauen Klub stets gewachsen. Lautern und Löwen drückt er inzwischen die Daumen.

So trug er bei seiner Teilnahme am perfekten Promi-Dinner auf Vox seinen geliebten Freundschaftsschal zur Schau. Blau und Rot passen in Ausnahmefällen eben doch zusammen!

tsv1860.de: Sie sind in Kaiserslautern aufgewachsen, haben aber auch mehrere Jahre in München gelebt. Haben Sie zu beiden Vereinen eine Verbindung? Für welches Team schlägt ihr Fanherz?
Michael Jäger: Ich bin 1989 von Kaiserslautern nach München gezogen und besuche seitdem immer wieder Löwen-Spiele. Durch die alte Freundschaft zwischen dem 1.FCK und dem TSV 1860 bin ich praktisch reingewachsen in die Zuneigung zu den Löwen. Mein Herzblut-Verein ist natürlich der 1.FCK, aber die Löwen haben ebenfalls einen Platz in meinem Herzen. Es schlagen sozusagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich bin ein Roter Teufel, der brüllen kann wie ein blauer Löwe!

tsv1860.de: Können Sie sich an eine ganz besondere Partie zwischen den Löwen und Lautern erinnern?/ Was ist ihre schönste Erinnerung an 1860-FCK-Begegnung?
Michael Jäger: Die schönste Erinnerung hab ich aus den Achtziger Jahren, als von beiden Vereinsführungen noch mächtig mitgeholfen wurde, die Freundschaft zu vertiefen. Parties mit Freibier der Klubs, Freundschaftsspiele der Fan-Gruppen und gemeinsam in den Kurven, in einem rot-weissen und weiss-blaues Fahnenmeer, das sich über alle Tribünen verteilt. Eigentlich war jedes Spiel gegen die Löwen ein persönliches Highlight.
Ein besonderes Spiel, das zwar nicht FCK-1860 hieß, aber trotzdem auf immer im Gedächtnis bleiben wird: Der TSV spielte damals gegen den hessischen Klub VfR Bürstadt um den Aufstieg in die 2.Liga. Wir waren mit einer völlig verrückten Truppe aus Lautern hingefahren, um unsere Freunde aus München zu unterstützen. Es hat leider nicht mit dem Aufstieg geklappt, aber die Freundschaft der beiden Fan-Gruppen hat das nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil. Hin und wieder sehe ich einen von der alten Garde und denke an die Zeit zurück. Frühmorgens in einer Bahnhofsgaststätte mitten in Deutschland feiern, bis der Arzt kommt.

tsv1860.de: Was machen Sie aktuell, Herr Jäger?
Michael Jäger: Als ich nach München kam, begann ich eine Ausbildung zum Schauspieler. Diesen Beruf übe ich seit mittlerweile 20 Jahren auch aus. Aktuell fahre ich eine virale Online-Kampagne. Mit einer Bewerbung 2.0 versuche ich, meinen Wunschtraum Tatort-Kommissar zu verwirklichen. Die Unterstützung, die ich bisher durch das soziale Netzwerk Internet erhalte, ist phänomenal und ich freue mich auf weitere kreative Ideen.
Mehr Infos gibt´s übrigens unter http://tatort-kommissar.de.

tsv1860.de: Verfolgen sie beide Vereine in der Zweiten Bundesliga? Auf wen tippen Sie bei der Begegnung zwischen den Löwen und den Roten Teufeln am Sonntag?
Michael Jäger: Ich verfolge natürlich beide Vereine. Die Löwen sehe ich mittlerweile live sogar öfter als den 1.FCK. Ich freue mich, dass mein Freund Marco Kurz in Kaiserslautern einen solchen Erfolg hat.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich es gerne erleben, dass unsere beiden Vereine, der 1.FCK und die Löwen, nächstes Jahr gemeinsam in die 1. Liga aufsteigen. Beide haben es mit ihrer Tradition und ihrem Wahnsinns-Publikum einfach verdient, ganz oben mitzuspielen.

Ich freu mich auf die Begegnung am Sonntag. Ich werde das Spiel natürlich mit dem Freundschaftsschal auf der Tribüne verfolgen. Und ich hoffe natürlich auch auf einen Sieg für den 1. FCK. Doof ist, dass beide Klubs die drei Punkte dringend bräuchten. Mit einem Unentschieden wäre keinem wirklich geholfen. Machen wir es so: Wer am Schluss als Sieger vom Platz geht, wird gefeiert und die anderen bekommen den Titel: "Gewinner der Herzen!
60 und der FCK, duda, duda ..." Auf wen ich mich besonders freue, ist Stadionsprecher Stefan Schneider, wenn er die Freunde aus Kaiserslautern willkommen heißt. Beim letzten Spiel hatte ich fast Tränen in den Augen, so herzlich hat er das gemacht. Ein toller Kerl! 
 
Interview mit Erhard "Beppo" Hofeditz
Interview mit Herbert Scheller:
Zur Bewerbung von Michael Jäger als Tatort-Kommissar
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