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17. Spieltag - 14. Dezember 2008
1860 München 1 : 1 1. FC Nürnberg
 
14.12.2008 | 16:30 Uhr

Thorandt rettet Remis per Kopf gegen den Club

Mathieu Beda und Timo Gebhart nehmen Isaac Boakye in die Zange
Das oberbayrisch-fränkische Derby zwischen den Löwen und dem 1. FC Nürnberg endete 1:1. Der Club war über weite Strecken der ersten Hälfte spielbestimmend, ging folgerichtig durch eine Einzelleistung von Isaac Boakye in Führung (38.). Nach der Pause traf der eingewechselte Markus Thorandt für die nun dominierenden Löwen per Kopf zum 1:1 (55.).

Personal: Im Derby gegen den 1. FC Nürnberg musste Trainer Marco Kurz auf Markus Schroth (Aufbautraining nach Knie-OP), Lars Bender (Reha nach Syndesmosebandriss) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Acht Wochen nach einer Bandscheiben-OP feierte Kapitän Daniel Bierofka sein Comeback.

Spielverlauf: Die Löwen begannen gut, ließen sich aber schnell von den Gästen den Schneid abkaufen. Nürnberg stand sehr kompakt, machte die Räume eng und ließ den Ball sicher in den eigenen Reihen laufen. Trotzdem besaßen die Löwen in der 12. Minute eine gute Chance. Manuel Schäffler kam auf der rechten Seite fast an der Eckfahne an den Ball, flankte mit einem Drehschuss blind auf den zweiten Pfosten. Dort stand Daniel Bierofka, der das Leder aus halblinker Position aus zwölf Metern volley nahm, aber gut einen Meter übers kurze Eck zielte. Fünf Minuten später erneut ein gelungener Spielzug der Weiß-Blauen. Benjamin Lauth flankte flach von links in die Mitte, Bierofka verlängerte mit der Hacke auf Schäffler, dessen Schuss aus acht Metern wurde aber von Juri Judt geblockt. Der Abpraller kam zu Sven Bender, doch dessen Kopfball aus 13 Metern wurde sichere Beute von Club-Keeper Raphael Schäfer (17.). Danach nahmen die Franken das Heft in die Hand und besaßen nach etwas mehr als einer halben Stunde die Riesenchance zur Führung. Mike Frantz setzte sich rechts durch, legte von der Grundlinie zurück auf Christian Eigler am rechten Torraumeck, der zog mit einer Rechtsdrehung in die Mitte, sein Neun-Meter-Schuss mit links ging aber weit übers Tor (31.). In der 38. Minute hatten die Sechziger weniger Glück. Isaac Boakye kam auf der linken Seite an den Ball, setzte sich zunächst gegen Sven Bender und Mate Ghvinianidze durch, zog anschließend in die Mitte. Sein Schuss von der Strafraumgrenze prallte vom rechten Innenpfosten zum 1:0 für die Franken ins Löwen-Tor.

Nach der Pause brachte Löwen-Coach Marco Kurz auf der rechten Defensivposition Markus Thorandt für Torben Hoffmann. Und auch die Einstellung bei den Löwen wurde eine andere. Vom Anpfiff weg wurde gefightet, die Nürnberger Offensive bei Ballbesitz viel früher angelaufen. Bereits nach drei Minuten besaß Lauth die Riesenchance zum Ausgleich. Bierofka hatte von links hoch an den zweiten Pfosten geflankt, Torhüter Schäfer ließ im Luftkampf mit Schäffler den Ball fallen, Lauth kam von hinten heran gerauscht, aber Dominic Maroh rettete mit dem Kopf gegen den Acht-Meter-Schuss des Löwen-Torjägers (48.). In der 55. Minute kam jeder Rettungsversuch zu spät. Einen Freistoß aus der Mitte der Nürnberger Hälfte hob Gregg Berhalter hoch Richtung linken Pfosten, Thorandt lief in den Ball, kam aus neun Metern unbedrängt zum Kopfball, traf unhaltbar für Schäfer ins rechte Eck zum 1:1 (55.). Nach einer Viertelstunde in der 2. Halbzeit konnten sich die Franken wieder etwas vom Druck der Sechziger befreien - die besseren Chancen besaßen aber trotzdem die Hausherren. In der 75. Minute konterten die Löwen über die rechte Seite. Nach einer sehenswerten Kombination über mehrere Stationen kam Danny Schwarz an der Grundlinie zum Flanken, legte zurück an die Torraumgrenze, aber zu ungenau, sodass Schäffler nicht ans Leder kam. Vielleicht hätte er besser auf den hinten postierten Lauth gepasst (75.)! Auch die letzte gute Möglichkeit besaßen die Weiß-Blauen. Lauth hatte von rechts hoch in den Strafraum geflankt, Gebhart und Dominik Reinhardt stiegen am Torraum zum Kopfball hoch, doch keiner kam richtig ans Leder, das für einen Moment frei im Nürnberger Strafraum lag (82.), ehe es geklärt werden konnte. Damit blieb es beim 1:1, ein Ergebnis, das aufgrund der beiden unterschiedlichen Hälften in Ordnung geht.



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Löwen-Coach Marco Kurz sprach von einem guten Beginn, „aber nur für kurze Zeit". Danach wäre seine Mannschaft zu passiv gewesen. „Wir sind nicht mehr aggressiv genug in die Zweikämpfe gegangen, haben Nürnberg zu viel Raum gelassen. Die Führung für den Club zur Pause war hochverdient." In der 2. Halbzeit habe sein Team die Anweisung befolgt. „Wir wollten nach vorne verteidigen, die gute Nürnberger Offensive von unserem Tor weghalten." Das sei dann auch gelungen. „Das Unentschieden vor dieser tollen Kulisse war verdient, wir sind froh, dass wir uns in der zweiten Hälfte steigern konnten. Aber in diesem Spiel hat man gesehen, dass die Mannschaft noch nicht die gewünschte Stabilität über 90 Minuten besitzt." Der 39-Jährige zog zum Abschluss der Vorrunde ein kurzes Resümee: „Fakt ist, dass wir uns nach schlechtem Beginn gefangen haben. Dann kam das Hoch im Oktober. Anschließend hat zwar die Spielweise gestimmt, aber nicht der Ertrag." Kurz hofft, dass die verletzten Spieler im Januar ins Team zurückkehren. „Gegen Nürnberg haben ja bereits Daniel Bierofka und Danny Schwarz nach ihren Verletzungen gespielt." Insgesamt fehle dem Team aber noch die Konstanz, „die wir uns gewünscht haben".

Club-Trainer Michael Oenning freute sich über die Leistung seines Teams in der 1. Halbzeit. „Das war so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben 45 Minuten nach vorne gespielt und ein schönes Tor zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Danach haben wir es aber versäumt, das zweite Tor nachzulegen", bemängelte der Coach. „Eigentlich waren wir uns im Klaren, dass es noch 45 Minuten zu spielen sind. Nach der Unachtsamkeit beim Standard war das Spiel wieder offen. Wir haben es aber einfach nicht mehr geschafft, uns zwingende Chancen zu erspielen. Sechzig hatte noch die Möglichkeit zum Sieg, deswegen bin ich mit dem Punkt zufrieden." Auch insgesamt fiel die Bilanz von Oenning positiv aus, wenngleich er gern den Rückstand auf die Aufstiegsplätze verkürzt hätte. „Wir haben heute überzeugend Fußball gespielt", so sein Fazit.
 
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