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20. Spieltag - 15. Februar 2009
1860 München 2 : 1 Rot Weiss Ahlen
 
15.02.2009 | 16:30 Uhr

Erster Pflichtspielsieg 2009 beim Erfolg über Ahlen

1:0 nach 20 Sekunden: Fabian Johnson (v. li.), Antonio Rukavina und Mathieu Beda bejubeln den Treffer von Daniel Bierofka (re.).
Ein Blitztor nach 20 Sekunden durch Daniel Bierofka und das 2:0 durch Antonio Rukavina in seinem zweiten Spiel für die Löwen waren die absoluten Höhepunkte beim 2:1-Erfolg über Rot Weiss Ahlen. René Müller verkürzte in der Schlussphase noch auf 1:2 (82.) in einer Partie, die von den Sechzigern mit viel Einsatzwillen und Laufbereitschaft geführt wurde.

Personal: Trainer Marco Kurz musste im Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen auf Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sven Bender (leichte Gehirnerschütterung), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Lauftraining nach Muskelfaserriss), Benjamin Schwarz (Aufbautraining) und Nikola Gulan (Kapselverletzung am linken Sprunggelenk) verzichten. Florian Jungwirth, José Holebas, Christoph Burkhard und Markus Krauss standen nicht im Kader.

Spielverlauf: Die Löwen hatten sich viel vorgenommen und setzten dies sofort um. Nach dem Anstoß kam der Ball auf die rechte Seite zu Stefan Aigner, der lief Ronald Maul davon, flankte hoch auf den zweiten Pfosten, wo Daniel Bierofka aus sechs Metern frei zum Kopfball kam und zum 1:0 ins rechte untere Ecke traf. Als der Ball einschlug, waren gerade mal 20 Sekunden gespielt. Die Sechziger dominierten auch in der Folge die Partie. In der 9. Minute kam Manuel Schäffler nach einem Eckball von rechts durch Bierofka am Torraum zum Kopfball, traf das Leder aber nicht voll, das links am Pfosten vorbei ging. Nach einer Viertelstunde war ein Bruch im Spiel der Sechziger, als sich nacheinander Daniel Bierofka (Muskelprellung) und Danny Schwarz (Muskelzerrung) verletzten und ausgetauscht werden mussten. Trotzdem waren auch in dieser Phase die Löwen gegen harmlose Gäste spielbestimmend. In der 32. Minute ein gelungener Spielzug, als Benjamin Lauth auf Aigner durchsteckte. Der Münchner lief rechts Maul davon, flankte zurück an den Elfmeterpunkt, wo aber Michael Wiemann gerade noch vor dem einschußbereiten Rösler klären konnte. Fünf Minuten später legte Lauth zehn Meter vorm Ahlener Strafraum auf Rösler ab, der hielt aus 23 Metern in zentraler Position mit links drauf, traf aber nur den rechten Pfosten (37.). Für die Gäste war das 0:1 zur Pause mehr als schmeichelhaft, hatten sie doch in den ersten 45 Minuten keine einzige Torchance zu verzeichnen.

Zunächst änderte sich auch nach Wiederanpfiff an den Spielanteilen wenig. Die Löwen präsentierten sich überlegen, aber ohne spielerisch zu glänzen. Die erste Großchance für die Westfalen kam dann nach einer Stunde wie aus heiterem Himmel. Ein Pass von der Mittellinie in die Gasse auf Kevin Großkreutz erreichte der Ahlener Stürmer vor Torben Hoffmann und dem aus seinem Tor stürmenden Philipp Tschauner mit der Fußspitze an der Strafraumlinie, das Leder kullerte aber zwei Meter am linken Pfosten des leeren Tores vorbei (60.). In der 69. Minute dann die überfällige 2:0-Führung für die Löwen. Rösler wollte im Strafraum quer in die Mitte legen, ein Ahlener Abwehrspieler wehrte das Leder ab. Das kam zu Aigner am Elfmeterpunkt, der mit viel Übersicht Antonio Rukavina in halbrechter Position bediente. Der 25-Jährige Serbe blieb in seinem zweiten Spiel für die Sechziger cool, traf mit rechts aus neun Metern ins linke Eck. Die Rot-Weißen wechselten in der Folge offensiv ein, brachten mit René Müller, Deniz Naki und Daniel Chitsulo drei frische Stürmer, profitierten aber durch eine Unsicherheit in der Löwen-Defensive. Bei einem Freistoß aus halblinker Position, der hoch vors 1860-Tor kam, köpfte Mate Ghvinianidze das Leder vor seinem Torwart am Torraum weg. Der Ball landete bei Michael Wiemann, der in mit dem Kopf hoch an den linken Pfosten verlängerte, wo Müller den Luftkampf gegen zwei Löwen-Spieler gewann und das Leder aus kürzester Distanz zum 1:2 eindrückte (82.). Danach begann wieder das Zittern für die Weiß-Blauen, die in der Vorrunde sogar eine 3:0-Führung gegen Wehen Wiesbaden noch verspielten. Doch dieses Mal retteten sie die knappe Führung über die Zeit, feierten ihren ersten Pflichtspielsieg 2009.

Stimmen zum Spiel

Sowohl Löwen-Trainer Marco Kurz als auch Ahlens Coach Christian Wück waren sich über die Beurteilung des Spiels einig. Beide sprachen von einer spielerisch schwachen Partie mit einem verdienten Sieger.

„Wir hatten einen fantastischen Beginn mit einer dominanten Viertelstunde", analysierte 1860-Chefcoach Kurz. „Dann kam durch die beiden Auswechslungen ein Bruch ins Spiel. Trotzdem haben wir nichts zugelassen, aber auch keine eigenen Chancen herausgespielt", so der 39-Jährige, der das Verhalten nach dem zweiten Treffer kritisierte. „Nach dem 2:0 musst du souveräner zu Hause spielen. Aber wir haben es mal wieder geschafft, Unruhe hinein zu bringen." Die Bilanz fiel trotzdem positiv aus: „Das Ergebnis ist in Ordnung, mit dem Fußballerischen kann ich nicht zufrieden sein. Aber man kann auch mal ein schlechtes Spiel gewinnen. Das ist uns zuletzt nicht gelungen."

„Das war vor allem von meiner Mannschaft ein grausames Spiel", ging Ahlens Trainer Wück hart mit seiner Elf ins Gericht. „Bei uns hat alles gefehlt: Laufbereitschaft, Siegeswillen und Einsatzbereitschaft. Das hat man schon in der ersten Aktion gesehen. Wir haben das die ganze Woche angesprochen, dass Aigner und Bierofka über die Seite viel Druck machen. Der Sieg für die Löwen ist absolut verdient."

Kapitän Daniel Bierofka sprach von seinem „schnellsten Tor, das mir je gelungen ist". Der 30-Jährige bedauerte die Verletzung, die zu seiner Auswechslung führte. „Ich habe genau einen Schlag auf die Oberschenkelseite bekommen. Die Schmerzen zogen bis runter in die Wade." Ahlen hätte sich in dieser Anfangsphase nur durch Fouls helfen können. „Wir haben von Beginn an gezeigt, dass wir gewinnen wollen. Aber wir müssen 90 Minuten lang konzentriert bleiben und dürfen nicht nach einer 2:0-Führung abschalten. Der Trainer hat uns in die Pflicht genommen, gesagt, dass wir jetzt an der Reihe sind. Ich denke, wir haben die richtige Antwort gegeben."

Der Mann des Spiels war diesmal Stefan Aigner, der beide Treffer mustergültig vorbereitet hatte. „Wir haben gezeigt, dass wir über den Kampf ins Spiel finden können", so der 21-Jährige. „Ich wusste, dass Maul beim Doppelpass nicht so schnell ist. Das habe ich gleich beim 1:0 umgesetzt. Es war aber auch ein schönes Kopfballtor von Daniel Bierofka." Aigner sprach von einem verdienten Sieg. „Wir haben uns nicht von den Unruhen unter der Woche ablenken lassen, uns voll auf das Spiel konzentriert", erklärte der Münchner. Am Ende sei er ziemlich kaputt gewesen, froh, dass ihn der Trainer eine Viertelstunde vor dem Ende vom Platz genommen hatte. Der Mittelfeldspieler dachte aber schon weiter. „Duisburg wird ein schweres Spiel, aber auch dort können wir gewinnen", so seine Einschätzung.

„Das war sicher nicht das schönste Spiel, aber der Sieg war auf alle Fälle verdient", resümierte Benjamin Lauth. „Wir haben Einsatz und Willen gezeigt. Ich denke, die Leute waren zufrieden." Am Anfang sei es gut gelaufen. „Wir sind dann aber durch die Verletzungen etwas aus dem Rhythmus gekommen. Der Anschlusstreffer war unnötig und hat nochmals für Unruhe gesorgt." Ein Motivationsschub hätte es durch den neuen Sportdirektor Miki Stevic gegeben, der vor dem Spiel in der Kabine die richtigen Worte fand. „Er hat gesagt, wir sollen uns die Punkte nicht klauen lassen. Das haben wir befolgt!"

Nikolas Ledgerwood sprach von großer Erleichterung. „Wir haben uns die ganze Woche intensiv auf dieses Spiel vorbereitet. Bis auf das Gegentor haben wir auch ordentlich gespielt und viel Druck gemacht. Die frühen Wechsel waren problematisch, aber wir haben gezeigt, dass wir genug Qualität auf der Bank haben." Vor allem sei wichtig gewesen, zu Hause diese Leidenschaft zu zeigen und endlich wieder einen Sieg einzufahren. „Wir sind auf dem richtigen Weg nach vorne", analysierte der Kanadier. Den Wechsel in der sportlichen Führung kommentierte Ledgerwood mit den Worten: „Vielleicht wissen jetzt alle, wie ernst die Lage bei Sechzig ist."
 
Stenogramm zum Spiel
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