Im vierten Anlauf klappte es mit dem ersten Derby-Sieg der Löwen gegen den FC Augsburg in der Allianz Arena. Alexander Ludwig erzielte bereits in der in der 5. Minute den Siegtreffer. Ab der 74. Minute mussten die Löwen mit einem Mann weniger auskommen. José Holebas sah die Gelb-Rote Karte. Personal: Verletzungs- oder krankheitsbedingt musste Trainer Ewald Lienen gegen Augsburg auf Daniel Bierofka (Reha nach Bandscheiben-OP), Sandro Kaiser (Knieprobleme), Florin Lovin (Kreuzbandriss), Kenny Cooper (Innenbandanriss) und Kushtrim Lushtaku (Bänderriss) verzichten.
Spielverlauf: Die 37.100 Zuschauer kamen bei diesem Derby voll auf ihre Kosten. Vom Anpfiff weg sahen sie einen offenen Schlagabtausch mit viel Kampf und Emotionen. Die erste Chance hatten die Gäste. Antonio Rukavina verlor auf der rechten Abwehrseite den Ball im Zweikampf gegen den quirligen Ibrahima Traore, das Leder kam zu Stephan Hain, der mit seinem Rechtsschuss aus 18 Metern aber knapp am linken Pfosten vorbeizielte (4.). Fast im Gegenzug das 1:0 für die Löwen. Sascha Rösler hatte sich auf der linken Seite gegen Dominik Reinhardt durchgesetzt, zog am linken Strafraumeck nach innen, legte quer auf den gestarteten Alexander Ludwig, der direkt aus 19 Metern abzog, Jonas de Roeck fälschte das Leder noch leicht ab, das von der Lattenunterkante hinter die Linie sprang (5.). Es war der erste Löwen-Treffer im vierten Derby in der Allianz Arena. Erstmals im Mittelpunkt stand 1860-Torhüter Gabor Kiraly in der 11. Minute. Andrew Sinkala hatte einen Eckball von links auf dem Kopf von Stepfan Buck geflankt, der aus sieben Metern genau aufs rechte untere Eck zielte, doch der Ungar holte das Leder mit einer Hand vor der Linie. Für die Weiß-Blauen ergaben sich nun immer wieder Kontersituationen gegen die weit aufgerückten Augsburger. So steckte Rösler nach links auf Benjamin Lauth durch, der vor dem aus seinem Tor herausstürzende Keeper Simon Jentzsch am Ball war, aber mit seinem Lupfer aus neun Metern um Zentimeter das FCA-Tor verfehlte (13.). Die erste knifflige Situation, in der die Löwen Elfmeter forderten, spielte sich in der 20. Minute ab. Reinhardt grätschte Charilaos Pappas im Strafraum um, aber Schiedsrichter Michael Weiner ließ weiterspielen. Drei Minuten später war es Daniel Brinkmann, der nach einem abgewehrten Freistoß ans Leder kam, sein Volleyschuss aus 23 Metern war zwar nicht platziert, aber hammerhart, doch Kiraly konnte das Leder wegfausten (23.). Nach einer halben Stunde besaßen die Löwen erneut eine gute Kontermöglichkeit. Antonio Rukavina hatte von der rechten Seite aus vollem Lauf geflankt, der heranstürmende Lauth grätschte aber um Zentimeter am Ball vorbei (31.). Die Schwaben kamen meistens nach Standards zu Chancen. So auch in der 38. Minute. Sinkala flankte einen Eckball von links flach auf den ersten Pfosten, wo Brinkmann das Leder zurücklegte, wo der heranstürmende Traore aus 17 Metern knapp am linken Pfosten vorbeischoss. Vor der Pause hatten die Löwen noch zweimal die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen. Einen 25-Meter-Freistoß aus zentraler Position zirkelte Rösler auf dem glitschigen Rasen gefährlich aufs rechte untere Eck, doch Keeper Jentzsch konnte den Ball zur Ecke abwehren (43.). Eine Minute später ein glänzend vorgetragener Löwen-Konter über die linke Seite. Rösler drang in den Strafraum ein, aber anstatt selbst zu schießen, flankte er auf den mitgelaufenen Lauth, der beim Kopfballversuch von de Roeck umgerissen wurde, aber die Pfeife von Weiner blieb aus unerklärlichen Gründen stumm (44.). Dafür schickte der schwache Unparteiische Löwen-Sportdirektor Miki Stevic anschließend auf die Tribüne.
Die Schwaben erhöhten nach der Pause den Druck, kamen innerhalb von fünf Minuten zu drei Großchancen. Einen Freistoß zehn Meter vor der rechten Eckfahne an der Außenlinie flankte Traore in die Mitte, wo Buck aus sechs Metern frei zum Kopfball kam, aber genau in die Arme von Kiraly köpfte (50.). Erneut stand der Goalie in der 55. Minute im Blickpunkt. Einen kurz ausgeführten Freistoß fast von der rechten Außenlinie flankte Marcel Ndjeng in die Mitte, de Rock kam am Torraum zum Kopfball, aber Kiraly wehrte das Leder mit einer tollen Parade zur Ecke ab. Noch besser die Rettungstat eine Minute später. Trarore hatte diesmal von links quer durch den Strafraum geflankt, der Augsburger Torjäger Michael Thurk kam am rechten Torraumeck ans Leder, nahm es per Droppkick direkt, aber Kiraly wischte den Ball mit einer Hand aus dem Kreuzeck (56.). Danach hatten die Löwen die Partie wieder im Griff. Erneut war es in der 67. Minute ein Eckball, der die Sechziger in Bedrängnis brachte. Ndjeng hatte auf de Roeck geflankt, dessen Kopfball strich aber knapp übers linke Kreuzeck. In der 74. Minute war dann die Partie für José Holebas beendet. Gelb vorbelastet, riss er Thurk zehn Meter vorm Strafraum um, Schiedsrichter Weiner zögerte keinen Augenblick, zeigte ihm die Gelb-Rote Karte. Aber auch zu Zehnt ließen die Löwen nur noch eine Chance für die Schwaben zu. Der aufgerückte Uwe Möhrle kam im Strafraum aus zehn Metern zum Schuss, doch Kiraly rettete erneut mit einer Weltklasseparade auf der Linie (76.). In der Schlussviertelstunde hielten die Sechziger die Augsburger geschickt von ihrem Strafraum fern, hatten ihrerseits in der 90. Minute die Riesenchance, endgültig alles klar zu machen Rösler legte am Strafraum quer auf Aleksandar Ignjovski, doch der 18-Jährige verzog zentral aus 16 Metern. Nach drei Minuten Nachspielzeit war endgültig Schluss, der erste Derby-Sieg gegen Augsburg in der Allianz Arena unter Dach und Fach.
Stenogramm zum Spiel
Das Spiel im Löwen TV (kostenpflichtig)