Zwei Drittel des Spiel dominierten die Löwen beim FC Hansa Rostock, am Ende standen sie aber beim 1:2 mit leeren Händen da. Tobias Jänicke hatte in der 8. Minute die Hanseaten in Führung gebracht, Benjamin Lauth glich in der 19. Minute aus. Der Siegtreffer für die Gastgeber gelang dem kurz zuvor eingewechselten Fin Bartels in der 79. Minute.Personal: Bis auf Mathieu Beda, der wegen einer Sprunggelenksverletzung kurzfristig passen musste, und Daniel Bierofka (Reha nach Bandscheiben-OP) standen Trainer Ewald Lienen alle Spieler zur Verfügung. Florian Jungwirth, Benjamin Schwarz, Peniel Mlapa und Stefan Aigner sammelten fast zeitgleich Spielpraxis in der U23 beim VfR Aalen (0:2). Erstmals bei einem Pflichtspiel der Löwen saß das 18-jährige Eigengewächs Tarik Camdal auf der Bank.
Spielverlauf: Rostock begann beherzt, drückte die Löwen weit in ihre eigene Hälfte. Erstmals wurde es für 1860-Keeper Gabor Kiraly in der 6. Minute gefährlich. Martin Retov hatte einen Freistoß aus dem Halbfeld gefährlich in den Strafraum gehoben, Kai Bülow sprintete in den Ball, traf aber das Spielgerät bei seinem Flugkopfball aus acht Metern nicht voll, sodass es einige Meter links am Tor vorbeiging. Das machte sein Mitspieler Tobias Jänicke zwei Minuten später um einiges besser. Kevin Schlitte setzte sich rechts gegen José Holebas durch, seine flache Hereingabe erreichte Jänicke, der aus dem Rücken Antonio Rukavinas in den Strafraum sprintete. Den Schuss aus zwölf Metern lenkte der serbische Löwen-Verteidiger noch ab, wodurch er unglücklich durch die Beine von Torhüter Kiraly zum 1:0 im 1860-Netz landete (8.). Danach brauchten die Weiß-Blauen etwa zehn Minuten, bis sie sich von dem Schock des frühen Rückstand einigermaßen erholt hatten. Letztlich brachte Torjäger Benjamin Lauth seine Farben zurück ins Spiel. Antonio Rukavina wurde auf der rechten Seite von Lars Bender per Hackentrick filigran bedient, seine Flanke nahm Lauth zentral am Strafraum gegen Kevin Schöneberg an, ließ den Ball einmal aufspringen und traf aus der Drehung trocken links ins untere Eck zum 1:1 (19.). Danach spielte bis zur Pause nur noch eine Mannschaft: der TSV 1860 München. Doch die Chancen blieben entweder ungenutzt oder ein Hansa-Spieler konnte im letzten Moment klären. In der 27. Minute flankte Lauth vom linken Strafraumeck hoch an den Torraum, Kevin Cooper kam aus sechs Metern zum Kopfball, aber Rostocks Keeper Alexander Walke konnte den Ball mit einer Hand über die Querlatte lenken. Zwei Minuten später flankte Kaiser einen Eckball von rechts an den ersten Pfosten, Lars Bender verlängerte das Leder mit dem Kopf, Schlitte lenkte es mit dem Fuß aufs lange Eck ab, wo Schöneberg gerade noch auf der Linie retten konnte (29.). In der 32. Minute hatte Holebas das 2:1 auf dem Kopf. Nach einem Freistoß aus dem linken Halbfeld durch Alexander Ludwig stieg der linke Verteidiger im Strafraum am höchsten, sein Kopfball aus sieben Metern kam aber zu zentral auf Walke, sodass dieser mit einem Reflex das Leder entschärfen konnte. Damit ging es mit einem schmeichelhaften 1:1 für Rostock in die Kabine.
Gleich nach der Pause gab's den ersten Aufreger im Löwen-Strafraum. Schlitte war im Zweikampf mit Holebas, der ihm den Ball ablief, zu Fall gekommen, die Rostocker forderten vehement Strafstoß, doch Schiedsrichter Babak Rafati winkte ab (46.). Danach dominierten wieder die Weiß-Blauen die Partie. Lauth schickte Ludwig in der 52. Minute auf dem linken Flügel steil, der drang von der Seite in den Strafraum ein, flankte nicht, sondern zog nach innen. Sein Zwölf-Meter-Schuss mit rechts aufs lange Eck konnte Walke im Hechtflug gerade noch wegfausten. Vier Minuten später war es Kaiser, der am rechten Pfosten nach einer Flanke von Florin Lovin von der linken Seite zum Kopfball kam, aber aus sechs Metern nur das Außennetz traf (56.). Die erste Unsicherheit der Löwen nach der Pause wurde in der 66. Minute beinahe bestraft. Nach einem Einwurf auf der linken Seite brachten sie den Ball nicht weg, dieser kam irgendwie zu Retov in halblinker Position am Strafraum, dessen Schuss aus 16 Metern strich nur knapp über die Querlatte. Auch der zweite Warnschuss verpuffte ungehört. Enrico Kern legte von der Torauslinie ab auf Schöneberg, der vom rechten Strafraumeck in die Mitte flankte, wo Mario Fillinger sich im Duell gegen Radhouène Fehli durchsetzte, aber mit seinem Kopfball aus acht Metern nur die Querlatte traf. Kiraly konnte im Nachfassen den Ball endgültig unter sich begraben (75.). Vier Minuten später war es dann passiert. Nach einem Pass in die Tiefe auf die linke Strafraumseite sprang Mate Ghvinianidze im Strafraum beim Kopfballversuch am Ball vorbei, Fin Bartels, der das Bein in dieser Szene relativ hoch hatte, hob das Leder über den Georgier und reagierte anschließend am schnellsten, schob den Ball an dem herausstürmenden Löwen-Keeper Kiraly vorbei in die Maschen zum 2:1 (79.). In der Endphase kamen eigentlich nur noch die Gastgeber zu Chancen gegen eine entblößte Deckung der Sechziger. In der 84. Minute erlief sich Kern einen Steilpass, konnte aber bedrängt durch Ghvinianidze und Fehli aus 14 Metern nicht kontrolliert abschließen, sodass Kiraly parierte. Eine Minute später klärte der ungarische Torhüter mit dem Fuß vor seinem Strafraum gegen Schlitte (85.). Rostock hielt in den Schlussminuten geschickt das Leder in der Löwen-Hälfte und somit die „glücklichen" drei Punkte fest.
Trainerstimmen zum Spiel in Rostock
Stenogramm zum Spiel
Das Spiel im Löwen TV (kostenpflichtig)