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23. Spieltag - 20. Februar 2010
1860 München 3 : 2 Alemannia Aachen
 
20.02.2010 | 16:00 Uhr

Löwen drehen Spiel - Siegtor per Freistoß durch Holebas

José Holebas bejubelt sein Freistoßtor zum 3:2, Sandro Kaiser ist der erste Gratulant.
Die Löwen besiegten in einem abwechslungsreichen Spiel Alemannia Aachen mit 3:2. Nach der Gästeführung von Kevin Kratz (11.) konnte Charilaos Pappas ausgleichen (29.). Vier Minuten nach der Pause brachte Sascha Rösler die Weiß-Blauen erstmals in Führung, ehe zwei Freistoßtore für die Entscheidung sorgten. Erst traf Christian Fiel zum Ausgleich für Aachen (59.), dann gelang José Holebas mit einem 23-Meter-Schuss der Siegtreffer (79.).

Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Ewald Lienen gegen Aachen auf Marcos Antonio (Schultereckgelenksverletzung), Daniel Bierofka (Aufbautraining), Mate Ghvinianidze (Fersenverletzung), Florin Lovin (Reha nach Kreuzbandriss) und Michael Hofmann (Jochbein- und Kiefer-OP) verzichten. Krankheitsbedingt meldeten sich kurzfristig wegen einer Magen-Darm-Grippe Antonio Rukavina und Dominik Stahl ab.

Spielverlauf: Die erste gefährliche Szene hatten die Löwen in der 7. Minute. Alexander Ludwig zirkelte einen Freistoß halblinks aus dem Halbfeld mit rechts Richtung Elfmeterpunkt, Mathieu Beda verlängerte das Leder per Kopf, das aber einen Meter übers rechte Kreuzeck ging (7.). Besser machte es Aachen in der 11. Minute. Durch einen Pass in die Tiefe konnte Abdul Özgen José Holebas auf der rechten Seite entwischen, der Stürmer ging fast bis zur Grundlinie, flankte scharf nach innen, wo Radhouène Felhi vor Benjamin Auer mit dem Fuß noch abwehren konnte, der Ball kam zu Kevin Kratz, der frei stehend aus neun Meter aufs Tor köpfte. Löwen-Keeper Gabor Kiraly schien das Leder zu haben, wehrte es aber mit der linken Hand unglücklich ins eigene Tor zur Gästeführung ab. Auch die nächste gute Torchance besaß die Alemannia. Einen Freistoß von der rechten Seite hatte Christian Fiel scharf an den Torraum geflankt, Kiraly blieb auf der Linie stehen, Özgen sprang am höchsten, köpfte das Leder aber aus vier Metern drüber (23.). Vom Abstoß weg spielten die Löwen schnell nach vorne. Einen Steilpass erlief Stefan Aigner auf der rechten Seite, aus vollem Lauf legte er flach in die Mitte, aber Mirko Casper konnte per Grätsche gerade noch vor dem einschussbereiten Charilaos Pappas klären (23.). In der 29. Minute war der kleine Grieche dann aber nicht zu Bremsen. Auf der linken Seite sprintete er in einen Aufbaupass der Aachener, spielte auf Rösler, der das Leder gegen Nico Herzig behauptete, anschließend auf Pappas ablegte, der lief halblinks in den Strafraum, spielte Seyi Olajengbesi aus und schob den Ball aus 13 Metern cool ins linke untere Eck zum 1:1. Drei Minuten später hätte Aachen wieder den alten Abstand herstellen können. Nach einem Konter waren sie auf der rechten Seite in Überzahl, Özgen wurde nicht angegriffen, der hielt aus 17 Metern einfach drauf, 1860-Torhüter Kiraly konnte jedoch den Flatterball mit viel Mühe über die Querlatte lenken (32.). Aber auch die Löwen besaßen in dem offenen Spiel ihre Möglichkeiten. Benjamin Lauth flankte fast von der rechten Eckfahne mit links in die Mitte, Herzig köpfte gerade noch vor dem frei stehenden Rösler den Ball zur Ecke (39.). Immer gefährlich wurde es vor dem Löwen-Tor, wenn die Aachener zu Standards kamen. Fiel hatte in der 43. Minute einen Freistoß fast von der linken Außenlinie vors Tor geflankt, der groß gewachsene Babacar Gueye kam am Torraum zum Kopfball, aber das Leder strich rechts am Pfosten vorbei. Im Gegenzug versuchte es Alexander Ludwig mit einem Distanzschuss fünf Meter vorm rechten Strafraumeck, der Ball wurde noch leicht abgefälscht, so dass Torhüter David Hohs große Mühe hatte, das Leder aus dem linken unteren Eck zu kratzen (44.). Damit ging ein unterhaltsamer erster Durchgang zu Ende.

Unterhaltsam begannen auch die zweiten 45 Minuten - zumindest für die Löwen. Nach einem Konter hatte Stefan Aigner aus halbrechter Position Lauth in der Mitte angespielt. Der Löwen-Kapitän leitete den Ball direkt auf den mitgelaufenen Sascha Rösler auf die rechte Strafraumseite weiter. Rösler zog sofort mit links aus zwölf Metern ab, das Leder rutschte ihm dabei über den Spann, prallte vom Innenpfosten des kurzen Ecks unhaltbar für Torhüter Hohs zum 2:1 ins Netz (49.). Zehn Minuten später gelang der Alemannia nach einem Freistoß aber bereits der Ausgleich. Fiel hatte das Leder knapp vorm rechten Strafraumeck mit links über die Mauer ins lange Eck gezirkelt, Kiraly konnte dem Ball nur noch nachschauen: 2:2 (59.). In der 63. Minute legte der eingewechselte Ex-Löwe Patrick Milchraum von der linken Strafraumseite das Leder zurück auf Özgen, der mit seinem Volleyschuss aus 14 Metern aber weit übers 1860-Tor zielte. Vier Minuten später hatte sich Aigner im Strafraum auf der rechten Seite durchgesetzt, seine Hereingabe auf Lauth von der Grundlinie konnte geblockt werden, Sandro Kaiser kam aus acht Metern bedrängt ans Leder, konnte aber nicht mehr platziert abschließen (67.). Danach brachte Löwen-Trainer Ewald Lienen mit Djordje Rakic und Emanuel Biancucchi zwei frische Offensivkräfte für die Schlussphase. Die Riesenchance zum 3:2 hatten aber zunächst die Gäste. Nach einer Kontersituation waren sie in Überzahl, doch Fiel versuchte es - zum Glück für die Löwen - eigensinnig mit einem Schuss aus spitzem Winkel von der rechten Torraumseite aufs lange Eck, anstatt auf den hinten frei stehenden Özgen zu passen. Der Ball ging um Zentimeter links am Tor vorbei (73.). Dass auch die Löwen Standards treten können, bewies Holebas in der 79. Minute. Nach einem Foul von Mirko Casper an Pappas gab's 23 Meter vor dem Aachener Tor in zentraler Position Freistoß. Der Löwen-Verteidiger lief an, hämmerte mit links das Leder ins obere linke Eck zum 3:2. Eine Freistoßflanke von Fiel vier Minuten später brachte erneut Gefahr fürs Löwen-Tor, doch Herzig und Casper behinderten sich gegenseitig beim Kopfball, so dass der Ball rechts neben dem Tor landete (83.). In der Schlussphase ergaben sich für die Löwen Räume zum Kontern. In der 90. Minute liefen sie in 4:2-Überzahl aufs Aachener Tor, aber ein schlampiger Pass von Ludwig am Strafraum machte die Chance zunichte. Trotzdem reichte es für drei Punkte in einer Partie, die von vielen Stellungsfehlern geprägt war, wodurch aber die Zuschauer mit vielen Torraumszenen und fünf Treffern voll auf ihre Kosten kamen.
 
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