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20. Spieltag (Nachholspiel) - 24 März 2008
1860 München II 5 : 2 SSV Reutlingen
 
24.03.2009 | 20:45 Uhr

Kurios: Vier Foulelfmeter in 27 Minuten!

Julian Leist klärt in dieser Szene gegen den Reutlinger Alban Meha.
Vier Foulelfmeter in den ersten 27 Minuten sorgten für ein Kuriosum beim 5:2 der Löwen-U23 gegen den SSV Reutlingen. Daniel Reule auf Seiten der Gäste (4. und 27.) sowie Nico Hammann für die Löwen (11. und 19.) trafen vom Punkt zum 2:2-Halbzeitstand. Eine starke Viertelstunde nach der Pause, in der Sandro Kaiser (49.) und Philipp Hosiner (60.) trafen, brachte das Team von Trainer Dieter Märkle auf die Siegerstraße. Den Schlusspunkt in der Nachspielzeit setzte der eingewechselte Roland Sternisko.

Personal:
Im Nachholspiel gegen Reutlingen musste Trainer Dieter Märkle auf Dominik Stahl (Anriss des Außenbandes), Jonas Marz (Außenbandriss), Emanuel Biancucchi (Muskelfaserriss) und Danijel Majdancevic (Reha nach OP am Sprunggelenk) verzichten. Von den Profis kamen Torwart Philipp Tschauner, Nikolas Ledgerwood, Danny Schwarz und José Holebas zum Einsatz.

Spielverlauf: Nach der 2:3-Niederlage in Darmstadt drei Tage zuvor versprach das Team gegen den SSV Reutlingen 05 Wiedergutmachung. Die Flutlichtpartie konnte überhaupt erst angepfiffen werden, nachdem zwei Dutzend Löwenfans am Nachmittag den Platz notdürftig vom Schnee befreit hatten. Anders als beim 4:0 gegen Großbardorf, als man bereits nach zwölf Minuten in Führung gehen konnte, erwischte die Märkle-Elf bei winterlichen Bedingungen einen absoluten Kaltstart. Bei der ersten Offensivaktion der Schwaben entschied Schiedsrichter Georg Schalk auf Foulspiel von David Schittenhelm an Reutlingens Torjäger Andreas Rill (6 Tore). Den fälligen Strafstoß verwandelte Daniel Reule sicher gegen Philipp Tschauner (4.). Vor den Augen von Profitrainer Uwe Wolf und Sportdirektor Miroslav Stevic ließ sich die Löwen-Reserve nicht entmutigen und kam bereits in der 11. Minute - ebenfalls per Elfmeter - zum Ausgleich. Philipp Hosiner war von Gästekeeper Robert Mayer gefoult worden, Nico Hammann ließ sich nicht lange bitten und verwandelte gekonnt ins rechte Eck. Weitere acht Minuten später war die Situation dann eindeutiger, als Sandro Kaiser im Sechzehnmeterraum vom Reutlinger Innenverteidiger Tobias Friebertshäuser von den Beinen geholt wurde. Hammann verlud den ehemaligen Ex-Löwen Mayer (1997-1999) erneut, der diesmal auf die rechte Ecke spekuliert hatte (19.). Doch damit nicht genug der Elfmeter-Orgie an diesem Abend. Der nächste Pfiff ertönte nach knapp einer halben Stunde nach Foul von Kapitän Florian Tausendpfund an Sascha Boller. Mit etwas Glück verwandelte Reule auch seinen zweiten Versuch flach in die Tormitte zum 2:2-Ausgleich (27.). Noch vor der Pause hätten die Weiß-Blauen in Führung gehen können. Die beste Chance vergab dabei Hosiner, als er eine scharfe Hereingabe des agilen José Holebas knapp am Torraum verpasste (36.). Auch David Schittenhelm konnte mit der Hacke nach einer Ecke von Danny Schwarz Keeper Mayer nicht überwinden (42.).

Nach der Pause waren die Löwen durch die Verletzung des zweifachen Torschützen Nico Hammann gezwungen, ihre Defensive umzustellen. Für ihn kam Claus Bückle. Ähnlich wie die Gäste in den ersten 45 Minuten, erwischten diesmal die Sechziger einen Traumstart. Nach hervorragender Einzelleistung von Hosiner verwerte Sandro Kaiser dessen klasse Zuspiel mit der Pike über den herausstürzenden Torwart hinweg zur 3:2-Führung (49.). Der 20-jährige Hosiner war es auch, der in der 60. Minute erstmals für einen Zwei-Tore-Vorsprung sorgte. Nachdem Torwart Mayer ein Schuss von Holebas noch aus den Händen geglitten war, stand der quirlige Stürmer goldrichtig und bugsierte den Ball im Nachschuss ins leere SSV-Tor. Die nächste knifflige Elfmetersituation gab es in der 66. Minute, als Hosiner nach geschickter Drehung zu Boden gerissen wurde. Nicht nur für den Löwencoach eigentlich der klarste Elfer von allen. Doch anstatt zum fünften Mal auf den Punkt zu zeigen, entschied Schiedsrichter Schalk nur auf Eckball. Zwei Minuten später wäre beinahe den Reutlingern der Anschluss durch Reule gelungen. Der Stürmer verpasste aber nach einer Freistoßhereingabe seinen dritten Treffer nur knapp per Seitfallzieher. Stürmer Mathias Fetsch wurde in der 72. Minute durch Roland Sternisko ersetzt. Der 1,89 m große Ex-Karlsruher, der am Sonntag in Fürth sein Profidebüt gegeben hatte, kam auf dem schwer bespielbaren Untergrund nicht so zur Geltung wie seine wendigeren Kollegen Hosiner und Kaiser (beide 1,78 m). Der eingewechselte Sternisko war es dann auch, der in der 90. Minute den Schlusspunkt einer unterhaltsamen und kurzweiligen Partie setzte. Hosiner gewann einen Zweikampf an der Mittellinie, sprintete sofort in Richtung Tor und passte genau im richtigen Moment auf den mitgeeilten Sternisko, der die Nerven behielt und sein Jokertor erzielte (90.). Gerade die letzte Szene des Spiels war ein Beleg dafür, dass die Märkle-Elf wesentlich aggressiver und agiler als ihr Gegner auftrat und meist den berühmten Schritt schneller war. Vorm 5:2 hatte sie sogar bereits einige Möglichkeiten, das Ergebnis zu erhöhen. Tausendpfund per Kopf (78.), Holebas mit links aus 20 Metern (88.) und Danny Schwarz per Freistoß (89.) brachten den Ball nicht im Reutlinger Tor unter.

Stimmen zum Spiel„In der ersten Halbzeit wurde jeder Körperkontakt abgepfiffen", kritisierte Löwen-Coach Dieter Märkle. „Von den vier Elfmetern hätte ich im Training keinen einzigen gepfiffen. Spätestens ab der 2. Halbzeit haben wir uns mit den Bedingungen besser arrangiert. Wir haben teilweise gut kombiniert und schöne Tore erzielt." Besonders das 3:2 hatte es dem 46-Jährigen angetan. „Wir haben diesen Sieg unbedingt gewollt, um die Niederlage in Darmstadt so schnell wie möglich auszumerzen."

Reutlingens Trainer Roland Seitz war nur mit den ersten 45 Minuten seines Teams zufrieden. „Ab der 46. Minute war der Sieg der Löwen hochverdient. Sie waren griffiger und spritziger. Es schien auch, dass sie den Sieg ein Stück mehr wollten als wir. „ Seitz bedauerte die vergebene Großchance zum 3:4. „Daher ist der Sieg am Ende etwas zu hoch ausgefallen. Nach zwei tollen Spielen in der Rückrunde sind wir nun auf dem Boden der Tatsachen zurück."

Profitrainer Uwe Wolf sah am Ende die richtige Mannschaft mit drei Punkten belohnt. „Unsere Reserve hat dieses Spiel auf schwer zu bespielendem Boden hochverdient gewonnen, weil sie engagierter zu Werke gegangen sind als der Gegner. Auch die vier Spieler aus dem Profikader haben ihre Sache sehr ordentlich gemacht."

Ernst Tanner, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Löwen hatte in der ersten Halbzeit durch die vier Elfmeter in der ersten halben Stunde „ein sonderbares Spiel" gesehen. „Durch die Leistung nach der Pause war der Sieg verdient. Wir waren spielerisch hoch überlegen und haben die Tore schön herausgespielt."

1860 München II - SSV Reutlingen 5:2 (2:2)

1860 II:
12 Tschauner - 25 Ledgerwood, 12 Tausendpfund, 15 Leist, 17 Hammann - 36 D. Schwarz, 8 Schittenhelm - 7 Kaiser, 14 Holebas - 9 Hosiner, 35 Fetsch.
Ersatz: 29 Krauss (Tor) - 3 Bückle, 4 Knauer, 5 Wittek, 21 Manga, 22 Ratei, 34 Sternisko.
SSV:
1 Mayer - 6 Friebertshäuser, 15 Kröner, 24 Heller, 25 Bogdanovic - 8 Maier, 16 Lapaczinski, 17 Meha, 20 Boller - 10 Reule, 13 Rill.
Ersatz: 22 Walter (Tor) - 3 Cosic, 11 Makarenko, 18 Fecker, 26 Golinski, 27 Baradel.
Wechsel:
Bückle für Hammann (46.), Sternisko für Fetsch (72.) - Makarenko für Lapaczinski (68.), Golinski für Meha (80.).
Tore:
0:1 Reule (4., Foulelfmeter), 1:1 Hammann (11., Foulelfmeter), 2:1 Hammann (19., Foulelfmeter), 2:2 Reule (27., Foulelfmeter), 3:2 Kaiser (49.), 4:2 Hosiner (60.), 5:2 Sternisko (90.).
Gelbe Karten:
- Maier, Meha, Boller, Heller.
Zuschauer:
550 im Grünwalder Stadion.
Schiedsrichter:
Georg Schalk (Ottmarshausen); Assistenten: Ingo Müller (Ansbach), Ferdinand Friedrich (München).
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