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33. Spieltag - 30. Mai 2009
1860 München II 2 : 1 SC Freiburg II
 

Fetsch gelingt Siegtor zwei Minuten vor dem Ende

Jubel nach dem Siegtreffer: Gerade hat Mathias Fetsch das 2:1 für die Löwen-U23 erzielt.
Lange musste die Löwen-U23 gegen die Reserve des SC Freiburg auf den Siegtreffer warten, nachdem Sandro Kaiser nach glänzender Vorarbeit von Mathias Fetsch die Weiß-Blauen in der 33. Minute in Führung gebracht hatte und Julien Mattern fast im Gegenzug der Ausgleich (35.) gelungen war. Erst zwei Minuten vor dem Ende erzielte Fetsch den viel umjubelten Siegtreffer zum 2:1 (88.).

Personal: Bis auf Tobias Strobl (Wadenverletzung) standen Trainer Dieter Märkle alle Spieler aus seinem Kader zur Verfügung. Von den Profis, die sich bereits im Urlaub befinden, spielte lediglich Torwart Markus Krauss.

Zunächst wurde Ernst Tanner, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Löwen, unter den Klängen von Freddy Quinns „Junge, komm bald wieder", von Stadionsprecher Stefan Schneider und den Fans vor der „Stehhalle" verabschiedet. Später folgte kurz vor dem Anpfiff nochmals eine offizielle Verabschiedung durch den Verein, die Vize-Präsident Franz Maget vornahm. Der 42-Jährige, der 15 Jahre für den TSV 1860 gearbeitet hatte, wechselt ab 1. Juni in gleicher Funktion zur TSG 1899 Hoffenheim. Vor der Stehhalle war auch der 118,60 Meter lange Löwen-Schal ausgelegen, den Fans und Prominente speziell für diesen Anlass gestrickt hatten. Das Spiel begann mit zehnminütiger Verspätung, weil viele Fans noch vor dem Stadion standen.

Spielverlauf: Den ersten schönen Angriff zeigte die Löwen-U23 in der 4. Minute. Nach einem Doppelpass zwischen David Manga und Mathias Fetsch kam der Franzose am linken Strafraumeck zum Schuss, aber Jürgen Rittenauer im SCF-Tor hatte keine Probleme, den Ball abzuwehren. Noch gefährliche die Szene in der 10. Minute. Claus Bückle setzte sich auf der linken Seite durch, ging bis zur Grundlinie, passte zurück auf Fetsch, der aus sieben Metern versuchte zu schießen, aber geblockt wurde. Der abgewehrte Ball kam zu Manga, der aus halblinker Position aus elf Metern abzog, doch genau einen Freiburger Spieler traf. Glück hatten die Löwen nach knapp einer Viertelstunde. Nach einer Rechtsflanke von Sandro Sirigu brachten sie das Leder nicht aus der Gefahrenzone, Julien Matter und Rahman Soyudogru kamen nacheinander vorm Torraum ans Leder, doch am Ende blieb 1860-Keeper Markus Krauss der Sieger (15.). In der 22. Minute verletzte sich David Schittenhelm so schwer, dass er mit Verdacht auf Meniskusschaden oder Kreuzbandriss ins Krankenhaus transportiert werden musste. Ansonsten passierte in dieser Phase wenig auf dem Rasen, weil sich beide Teams im Mittelfeld neutralisierten. Dann vertändelte Freiburgs Innenverteidiger Michele Borrozzino an der Mittellinie den Ball, die Löwen konterten in Überzahl, Dominik Stahl passte auf die rechte Seite zu Maximilian Knauer, der über rechts in den Strafraum lief, dann aber schoss, anstatt zu passen. Der Ball ging weit rechts am Tor vorbei (31.). Besser machten es die Weiß-Blauen zwei Minuten später. Nach einer erneuten Kontersituation lief Fetsch rechts alleine auf Torwart Rittenauer zu, aber anstatt zu schießen, legte er quer auf Sandro Kaiser auf die linke Seite, der aus sieben Metern nur noch ins leere Tor zur 1:0-Führung einschieben musste (33.). Lange wehrte die Löwen-Freude jedoch nicht. Zwei Minuten später verlor Stahl in der eigenen Hälfte in der Vorwärtsbewegung den Ball, Daniel Caligiuri auf der linken Seite passte auf rechts zu Matter, der alleine auf Torhüter Krauss zulief und das Leder aus elf Metern unter die Querlatte zum 1:1 versenkte (35.). Glück hatten die Breisgauer in der 38. Minute. Manga hatte einen Eckball von rechts mit links an den ersten Pfosten gedreht, Florian Tausendpfund kam vor Keeper Rittenauer ans Leder, aber sein Kopfball strich knapp über den Querbalken.

Die erste Chance im zweiten Durchgang besaßen die Löwen. Roland Sternisko hatte in halbrechter Position aus 21 Metern einfach draufgehalten, der Ball klatschte jedoch an den rechten Außenpfosten (50.). Erneut stand in der 57. Minute Aluminium einem erfolgreichen Abschluss im Wege. Knauer hatte aus dem rechten Halbfeld hoch in den Strafraum geflankt, Fetsch kam aus zwölf Metern zum Kopfball, traf aber nur die Oberkante der Latte. In der 64. Minute verlängerte Stahl einen Freistoß von Sternisko mit dem Hinterkopf in den Strafraum, Tausendpfund köpfte vom Elfmeterpunkt, brachte aber nicht genug Druck hinter den Ball, sodass Keeper Rittenauer das Leder abfangen konnte. Wieder Pech hatten die Löwen nach einem glänzend vorgetragenen Konter. Manga sah auf der linken Seite den gestarteten Knauer, der legte an der Strafraumgrenze quer auf den kurz zuvor eingewechselten Philipp Hosiner, aber ein Freiburger Abwehrspieler brachte gerade noch den Fuß dazwischen (75.). In der 82. Minute kam Tausendpfund nach einem Manga-Eckball am Torraum zum Kopfball, aber ein Freiburger Spieler rettete auf der Linie. Als viele nicht mehr dran glaubten, gelang den Sechziger doch noch der Siegtreffer. Hosiner erlief sich auf der linken Seite einen Steilpass, flankte quer in die Mitte, Borrozzino kam zwar mit der Fußspitze noch dran, aber Fetsch hinter ihm drückte aus acht Metern den Ball zum 2:1-Siegtreffer über die Linie (88.). In der Nachspielzeit stürmte sogar Freiburgs Torhüter Rittenauer bei einem Freistoß seines Teams mit nach vorne, doch die Löwen retteten den Erfolg über die Zeit.


Trainerstimmen zum Spiel

„Das war eine ganz tolle Geschichte für alle Beteiligten, vor so einer Kulisse spielen zu dürfen", freute sich Löwen-Trainer Dieter Märkle. „Ich habe vor dem Spiel gesagt: Genießt den Augenblick. Man konnte aber am Anfang die Nervosität bei meiner Mannschaft sehen." Der Sieg, so Märkle, sei aufgrund der Chancen verdient gewesen. „Neben den beiden Toren haben wir noch zweimal Aluminium getroffen", meinte der 46-Jährige, dessen Taktik voll aufging. „Wir wussten, dass Freiburg sehr spielstark ist. Deswegen mussten wir zuerst kompakt stehen, um dann schnell umschalten zu können. Ich freue mich, dass wir das Spiel am Ende noch gewinnen konnten."

Marcus Sorg kritisierte seine Mannschaft. „Wir waren gute Gäste, haben am Anfang unheimlich bedächtig gespielt. Sechzig hat sehr tief gestanden und auf Konter gelauert. Bezeichnend, dass beide Treffer nach Kontersituationen gefallen sind." Seiner Meinung nach sei mehr in München drin gewesen, wenn sein Team mehr Selbstvertrauen und Mut gezeigt hätte. „Vielleicht war es die große Kulisse. Meine Mannschaft ist nicht gewohnt, vor so vielen Zuschauern zu spielen."

1860 München II - SC Freiburg II 2:1 (1:1)

1860:
29 Krauss - 22 Ratei, 2 Tausendpfund, 5 Wittek, 3 Bückle - 6 Stahl, 8 Schittenhelm - 7 Kaiser, 34 Sternisko, 21 Manga - 35 Fetsch.
Ersatz: 30 Rössl (Tor) - 4 Knauer, 9 Hosiner, 15 Leist, 16 Marz, 17 Hammann, 19 Knartz.
SCF II:
1 Rittenauer - 2 Sirigu, 4 Sereinig, 10 Borrozzino, 3 Fuhrler - 11 Caligiuri, 5 Williams - 6 Roth, 8 Gallus, 7 Matter - 9 Soyudogru.
Ersatz: 22 Müller (Tor) - 12 Bouziane, 13 Dell'Era, 14 Hornig, 15 Rinchiuso.
Wechsel:
Knauer für Schittenhelm (25.), Hosiner für Kaiser (74.), Hammann für Sterniso (85.) - Bouziane für Fuhrler (39.), Hornig für Soyudogru (61.), Dell'Era für Roth (72.).
Tore:
1:0 Kaiser (33.), 1:1 Matter (35.), 2:1 Fetsch (88.).
Gelbe Karten:
Knauer - Borrozzino, Sereinig.
Zuschauer:
10.757 im Grünwalder Stadion.
Schiedsrichter:
Christian Leicher (Weihmichl); Assistenten: Michael Emmer (Thurmansbang), Ferdinand Friedrich (München).
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