Gegen die Stuttgarter Kickers kann die Löwen-Reserve einfach nicht gewinnen. Trotz zweimaliger Führung durch Christopher Schindler (7.) und Manuel Schäffler (67.) musste sie nach den Treffern von Mijo Tunjic (41.) und Fabian Gerster (71.) am Ende mit einem Punkt zufrieden sein. Zumindest der Heimnimbus blieb gewahrt: Auch im 9. Saisonspiel blieb die Löwen-U23 im Grünwalder Stadion unbezwungen.
Personal: U23-Trainer Dieter Märkle konnte zum ersten Heimspiel 2010 aus dem Vollen schöpfen. Von den Profis spielten Torwart Philipp Tschauner, Tarik Camdal, Kushtrim Lushtaku und Manuel Schäffler.
Spielverlauf: Für die Löwen begann die Partie optimal. Gleich die erste Chance führte zum 1:0. Ein Eckball von rechts hatte David Manga mit viel Schnitt direkt an den kurzen Pfosten gedreht, ein Stuttgarter Spieler konnte gerade noch abwehren, anschließend behinderten sich Mathias Fetsch und Manuel Schäffler beim Schuss aus fünf Metern gegenseitig, der Ball prallte zu Christoph Schindler ab, der aus acht Metern abzog, Kickers-Torhüter Daniel Wagner brachte zwar noch die Hand ans Leder, fälschte den Schuss aber ins eigene Tor (7.). Sechs Minuten später vergab Schäffler eine Riesenchance zum 2:0. Kushtrim Lushtaku hatte den Ball schön auf den gestarteten Schäffler durchgesteckt, der tauchte frei vor Keeper Wagner auf, nahm das Leder aber aus zwölf Metern mit dem Vollspann und schoss knapp über die Querlatte (13.). Erstmals kamen die Schwaben in der 17. Minute gefährlich nach einem Standard vors 1860-Tor. Mahir Savranlioglu hatte einen Eckball von rechts Richtung zweiten Pfosten geflankt, Julian Ratei konnte im Rückwärtslaufen das Leder mit dem Kopf gerade noch vor Vicenzo Marchese zur erneuten Ecke abwehren. Ansonsten spielten sich die Torraumszenen in dieser Phase auf der anderen Seite ab. In der 21. Minute konterten die Löwen über die rechte Seite, Lushtaku spielte Fetsch in den Lauf, der steuerte vom rechten Strafraumeck auf Torwart Wagner zu, setzte das Leder aber knapp am langen Eck vorbei neben den linken Pfosten. Ein Distanzschuss von Marchese aus halblinker Position stellte 1860-Keeper Philipp Tschauner vor keine allzu großen Probleme (28.). Vier Minuten später hatte Ratei den aufgerückten Tobias Strobl auf der rechten Strafraumseite angespielt. Fast von der Grundlinie wollte er zurück auf Schäffler legen, doch ein Kickers-Spieler grätschte dazwischen (32.). Kurz danach wäre beinahe der Ausgleich gefallen. Savranlioglu kam ungehindert vorm linken Strafraumeck zum Flanken, Mijo Tunjic verlängerte den Ball mit dem Kopf aus acht Metern aufs Tor, doch zu zentral, so dass Tschauner das Leder sicher fangen konnte. Keine gute Figur machte der Löwen-Keeper in der nächsten Szene. Savranlioglu hatte einen Eckball von links ans kurze Eck geflankt, Tschauner blieb auf der Linie stehen, Simon Köpf kam aus fünf Metern zum Kopfball, zielte aber über die Querlatte (38.). Drei Minuten später war es dann doch passiert. Vorm Strafraum konnte Marcel Ivanusa ungehindert auf die linke Strafraumseite zu Tunjic passen, der lief mit dem Ball bis neun Meter vors Tor, zielt dann aus spitzem Winkel aufs kurze Eck, Tschauner war zwar mit der Hand noch dran, konnte den Treffer zum 1:1 aber nicht verhindern (41.) Das war auch der Endpunkt einer 1. Halbzeit, in der die Löwen zunächst dominierten, aber mit zunehmender Spieldauer ihre Dominanz an die Schwaben abgaben.
Nach der Pause zunächst ein zerfahrenes Spiel mit vielen schnellen Ballverlusten. In der 52. Minute sah Schäffler, dass Kickers-Torhüter Wagner weit vor seinem Tor stand, hielt einfach aus 35 Metern drauf, zielte aber knapp übers rechte Kreuzeck. Ebenfalls kein Schussglück hatte auf der anderen Seite Marchese, der halblinks drei Meter vorm Strafraum zum Abschluss kam, doch Tarik Camdal konnte den Ball zur Ecke blocken (58.). Fast wäre Schindler wenig später das 2:1 gelungen. Nach einem Eckball von Roland Sternisko von der linken Seite kam er aus acht Metern halbrechts zum Schuss, doch diesmal konnte ein Kickers-Spieler den Ball blocken (65.). Zwei Minuten später fiel dann die erneute Führung. Einen Steilpass auf die linke Seite erlief Manga, der aus vollem Lauf fast von der Grundlinie flankte, Schäffler kam aus fünf Metern zum Schuss, scheiterte aber zunächst an Torwart Wagner, bugsierte aber anschließend den Abpraller über die Linie (67.). Die Freude währte nicht lange. Ein Eckball wehrte Strobl per Kopf genau auf Fabian Gester ab, der nahm den Ball aus 25 Metern aus halblinker Position direkt aus der Luft, das Leder senkte sich in einem Bogen über Tschauner hinweg ins rechte Toreck zum 2:2 (71.). Ein absoluter Sonntagsschuss am Freitagabend! Danach dauerte es bis zur 84. Minute, ehe die Löwen wieder gefährlich vors Tor kamen. Schäffler hatte auf Manga durchgesteckt, der lief von halblinks aufs Tor, Wagner verkürzte geschickt den Winkel, konnte den Zwölf-Meter-Schuss zur Ecke abwehren. Im Anschluss an diese kam Leist aus neun Metern zum Kopfball, der eingewechselte Gökhan Gümüssu konnte für seinen geschlagenen Torhüter das Leder zwei Meter vor der Torlinie mit dem Kopf abwehren (85.). Bis zum Schlusspfiff passierte nicht mehr viel. Für die Löwen-Reserve war das 2:2 am Ende aufgrund der Vielzahl der Chancen eher eine gefühlte Niederlage.
Die TrainerstimmenLöwen-Coach Dieter Märkle machte alles andere als einen zufriedenen Eindruck. „Der Spielstand nach einer halben Stunde hat überhaupt nicht unsere Überlegenheit widergespiegelt. Zu diesem Zeitpunkt hätten wir das Spiel schon für uns entscheiden können." Besser machte es der Gegner. „Die sind mit einer Chance zum Ausgleich gekommen." Nach der Pause hätte sein Team wieder ins Spiel zurückgefunden, „auch wenn Manuel Schäffler den Ball zum 2:1 erst im zweiten Anlauf untergebracht hat. Da hatte ich schon wieder Angst, dass er nicht reingeht. Durch einen Sonntagsschuss sind die Kickers dann zum 2:2 gekommen." Insgesamt war der 47-Jährige mit der Offensivleistung zufrieden, wenngleich die Konter nicht konsequent zu Ende gespielt wurden, mit der Defensivleistung des gesamten Teams dagegen nicht. „Für die Bodenverhältnisse war es ein ganz ordentliches Spiel, dass wir sicher aufgrund der Chancen für uns hätten entscheiden müssen", lautete das abschließende Fazit.
Kickers-Trainer Dirk Schuster war mit dem Punkt hochzufrieden. „Ich weiß nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll." Freuen über den Punkt oder ärgern über die erste halbe Stunde seiner Mannschaft. „Das beste an den ersten 30 Minuten war das Ergebnis von 0:1. Sechzig hatte eine Vielzahl an Möglichkeiten." Danach fand sein Team besser ins Spiel. „Das 1:1 zur Pause war trotzdem glücklich", so der Ex-Profi vom Karlsruher SC. „Nach der Pause haben wir dann wenig zugelassen, uns aber auch keine Chancen herausgearbeitet. Zum Glück konnten wir nach dem 1:2 relativ zügig das 2:2 machen. Das zeigt mir, dass die Moral der Mannschaft intakt ist, auch wenn wir heute viele Fehler gemacht haben."