Nach vier Heimspielen in Folge geht’s für die Löwen nun drei Mal hintereinander nach Nordbayern. Den Auftakt macht am Mittwochabend, 28. März 2018, die Partie bei der SpVgg Greuther Fürth II. Anpfiff im Sportpark Ronhof ist um 18.60 Uhr. Es folgt am Ostermontag das Toto-Pokal-Spiel in Bayreuth und am Samstag darauf die Punktspielbegegnung beim 1. FC Schweinfurt 05.
Löwen-Trainer Daniel Bierofka ist gegen die Kleeblatt-Reserve zum Umbauen seiner zuletzt vier Mal siegreichen Elf gezwungen, nachdem Sascha Mölders gegen den VfR Garching seine 10. Gelbe Karte kassierte. „Wir können das nur übers System auffangen“, sieht der 39-Jährige keinen, der den Routinier Eins-zu-Eins ersetzen könnte.
Sechzig auswärts in Fürth, oida.
Die wahrscheinlichste Variante ist, dass Markus Ziereis in die zentrale Spitze rückt. Dahinter gibt es einige Optionen: Michael Görlitz könnte hinter Ziereis agieren, „aber wir haben auch Simon Seferings und Nico Andermatt hinten dran“, weiß Bierofka um weitere Alternativen in seinem Kader.
Auf Ziereis ist derzeit Verlass. Der Torjäger kam im ersten Spiel des Jahres in Nürnberg aus systemtaktischen Gründen erst in der 90. Minute aufs Feld, traf dann aber in den folgenden vier Partien fünf Mal. „Ich wäre froh, wenn die Serie weiter anhält“, so Bierofka über seinen Angreifer, den er trotz der Pause gegen die Club-Reserve eigentlich für unersetzlich hält. „Zier ist ein mannschaftsdienlicher Typ, sehr humorig.“ Seine Lockerheit übertrage sich sehr positiv auf die Mannschaft.
Außerdem wisse der 25-Jährige, „wo die Kiste steht. Er hat ein Näschen dafür, weiß wo er hingehen muss. Zier steht nicht für Schönheit, sondern für Effektivität. Ich habe genau gewusst, welche Persönlichkeit er mitbringt, als ich ihn verpflichtet habe.“ Ob Zieries der Thomas Müller der Löwen sei, wurde Bierofka gefragt? „Das wäre eine schöne Schlagzeile für euch“, wollte sich der 1860-Trainer von den Journalisten nicht aufs Glatteis führen lassen. Trotzdem fand er den Vergleich nicht abwegig, „auch wenn beide in einer ganz andere Liga spielen“.
Für den Sechzger-Trainer steht das Kollektiv über allem. „Die Mannschaft ist für mich ein Riesenpfund, sehr homogen.“ Erneut lobte Bierofka die Loyalität und den Ehrgeiz der Spieler, die nicht zum Stammpersonal zählen. „Es heißt immer: Elf Freunde müsst ihr sein. Das mag eine Plattitüde sein, aber es ist schon außergewöhnlich, was hier in den letzten zehn Monaten entstanden ist.“
Mit der Fürther Reserve haben die Löwen noch eine Rechnung offen. Zwar gewannen sie die Heimpartie im Grünwalder Stadion durch einen Treffer von Daniel Wein mit 1:0, verloren aber durch die rüde Gangart der Mittelfranken bis zur Pause Kapitän Felix Weber und Nico Karger. „Sie haben uns aggressiv bearbeitet und damit versucht, uns den Schneid abzukaufen“, erinnert sich Bierofka. „Das dürfen wir nicht zulassen.“
Zudem sei der Tabellenplatz der kleinen Kleeblätter kein Indiz für deren tatsächliche Leistungsstärke. „Ich denke, dass Fürth gegen uns den einen oder anderen Profi einsetzt. Jede zweite Mannschaft versucht so, ihre Qualität zu erhöhen. Wir wollen trotzdem versuchen, unser Spiel durchzuziehen.“ Außerdem rechnet Bierofka mit zahlreicher Unterstützung von den Rängen. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass mehr von unseren Fans im Stadion sind.“
Derzeit führen die Sechzger die Tabelle der Regionalliga Bayern mit zwölf Punkten an. Für den Löwen-Trainer kein Grund, einen Gang runterzuschalten. „Die Tabelle ist Null aussagekräftig“, findet er, „die einen haben 24, die anderen 27 Spiele absolviert. Wir müssen uns auf jedes Spiel akribisch vorbereiten. Wenn wir nachlassen, bekommen wir in dieser Liga gegen jede Mannschaft Probleme. Für mich reicht es, wenn wir nach 36 Spielen einen Punkt Vorsprung auf den Zweiten haben!“
VORRAUSSICHTLICHE AUFSTELLUNGEN
Fürth II: 1 Kowalewski (Tor) – 6 Schad, 15 Sollfrank, 22 Langer, 5 Wiedmann – 3 Danhof, 8 Kirsch, 16 Baldauf, 18 Sitter – 9 Ammari, 7 Maderer.
Ersatz: 12 Zahaczewski (Tor) – 2 Tischler, 3 Burger, 4 Corovic, 10 Derflinger, 11 Kayaroglu, 13 Egerer, 14 Mrkonjic, 19 Heinloth, 20 Volz.
Nicht dabei: 17 Kartalis (Rotsperre), Jost (Kreuzbandriss), 23 Yüksel (Schambeinentzündung).
1860: 1 Hiller (Tor) – 2 Weeger, 4 Weber , 6 Mauersberger, 36 Steinhart – 22 Berzel, 17 Wein, 8 Seferings – 16 Kindsvater, 24 Ziereis, 18 Karger.
Ersatz: 39 Bonmann (Tor) – 5 Andermatt, 7 Awata, 11 Köppel, 13 Siebdrat, 14 Dressel, 19 Aigner, 20 Steer, 21 Türk, 25 Genkinger, 27 Görlitz, 31 Koussou, 33 Bachschmid, 35 Niemann.
Nicht dabei: 9 Mölders (Gelbsperre), 10 Gebhart (Aufbautraining), 23 Helmbrecht (Aufbautraining).
Schiedsrichter: Luka Beretic (Friedberg); Assistenten: Elias Tiedeken (Neusäß), Benjamin Senger (Haunstetten).